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Fische lieben abwechslungsreiches Futter

Leider hat sich die Erkenntnis, das eine abwechslungsreiche Fütterung der Fische vielerlei positive Effekte sowohl für die Fische wie auch für den Betrachter hat, noch nicht gross herumgesprochen. Auch viele langjährige Aquarianer geben ihren Fischen nur das im Handel erhältliche Standardfutter.
Auf Dauer kann eine zu einseitige Fütterung auch bei Fischen zu Mangelerscheinungen, Krankheiten und (Organ)Verfettung führen. Alle Fischarten besitzen kein Sättigungsgefühl wie wir Menschen, deshalb muss bei der Fütterung unbedingt darauf geachtet werden, dass man den Fischen nicht zuviel Futter gibt. Desweiteren trägt eine dauerhafte Überfütterung auch zu einer schlechten Wasserqualität bei, ein vermehrter Algenwachstum kann die Folge sein, also Reaktionen ohne Ende.







vorhergehendes Themanächstes Themazum Seitenanfangzum SeitenendeInhaltsverzeichnisWas muss bei der Fütterung generell beachtet werden ?






Manche Fische sind wahre Bettelkünstler und verleiten gerade Einsteiger dazu, den Fischen viel zu viel Futter zu geben. Dabei sind Fische sowohl in der Natur wie auch bei richtiger Haltung im Aquarium äusserst energiesparend. Zuviel Futter schadet den Fischen auf Dauer sehr. Wie bei uns Menschen führt eine falsche Ernährung der Fische zu gesundheitlichen Problemen. Verfettung, Organschäden und Organversagen können die Folge sein.
Auch auf die Wasserqualität hat regelmässiges Überfüttern folgen. Nicht gefressenes Futter vergammelt im Aquarium und kann gerade bei mangelnder Pflege des Aquariums eine Algenexplosion bewirken, das biologische Gleichgewicht längerfristig schädigen und nicht zuletzt das Leben der Fische in Gefahr bringen.
Nicht zu vergessen ist auch der finanzielle Aspekt, das im Handel erhältliche Fischfutter ist nicht gerade billig.

Füttern sollte man die Fische einmal täglich, ausgenommen Jungfische, die erst ein paar Tage bzw. Wochen alt sind. Es empfiehlt sich für die Fütterung einen Rhythmus anzugewöhnen, also wenn möglich immer zur gleichen Tageszeit zu füttern. Das Aquarienlicht sollte während der Fütterung an sein, damit die Fische das Futter schnell finden und man so die Gelegenheit erhält, die Fische genau zu betrachten und eventuelle Krankheiten so schneller zu erkennen.

Bei nachtaktiven Fischarten empfiehlt es sich, das Futter kurz nach dem Löschen des Aquariumlichtes in das Aquarium zu geben. Eine kleine Prise Flockenfutter an einer anderen Stelle ins Aquarium gegeben lockt andere Fischarten vom Futter für die nachtaktiven Fische weg.

Ein Fastentag pro Woche schadet den Fischen nicht, da sie im Gegensatz zu ihrer natürlichen Umgebung das Futter im Aquarium auf dem Silbertablett serviert bekommen. Eine Ausnahme bilden dabei Jungfische, diese sollten mehrmals täglich gefüttert werden.

Ist man bei der Menge Futter nicht sicher, die man den Fischen geben soll, so empfiehlt es sich, das Futter in kleinen Portionen den Fischen zu verabreichen. Lieber ein bisschen zuwenig als zuviel füttern.


Welche Arten Futter gibt es ?








vorhergehendes Themanächstes Themazum Seitenanfangzum SeitenendeInhaltsverzeichnisDas Trockenfutter






Gerade bei Trockenfutter wird von den Herstellern manchmal mit Schlagworten wie "Hauptfutter" argumentiert, um ihr Produkt im Markt besser zu positionieren. Auch wenn es sich um qualitativ hochwertiges Futter handelt, so sollte man sich nicht verleiten lassen, nur ausschliesslich dieses "Hauptfutter" den Fischen zu geben. Je nach Fischart ist das Futter für sie nicht geeignet oder kann mit der Zeit zu Mangelerscheinungen führen.


Flockenfutter

Man unterscheidet bei Trockenfutter zwischen :

  • Flockenfutter
  • Futter in Form von Tabletten oder kurz Tabs
  • Granulatfutter
  • gefriergetrocknetes Futter
  • Futter in pulverisierter Form für die Aufzucht
Flockenfutter


Flockenfutter

Allen Trockenfutterarten ausser dem gefriergetrocknetes Futter ist gemein, das sie in ihrer Zusammensetzung nur aus pflanzlichen, aus planzlichen und tierischen oder nur aus tierischen Rohstoffen bestehen.Gerne wird Trockenfutter Asche beigemischt, um so dem Fischfutter vermutlich kostengünstig Mineralienanteile zuzufügen.
Gefriergetrocknetes Futter besteht meist aus einer Tierart, zum Beispiel roten Mückenlarven einzeln oder Tubifex (Bachrohrwürmer) in Würfelform. Durch ein ausgeklügeltes Verfahren wird dem Futter die Flüssigkeit entzogen und das Futter so haltbar gemacht.
Futter in Tablettenform, hier pflanzliches Futter


Futter in Tablettenform, hier pflanzliches Futter


Wie wendet man das Trockenfutter am besten an ?

Während Flocken-, Granulat- und gefriergetrocknetes Futter eine zeitlang auf der Wasseroberfläche schwimmt, sich langsam mit Wasser vollsaugt und dadurch langsam Richtung Boden schwebt, sinken Tabs unverzüglich Richtung Boden.
Den Fischen sollte man mit Ausnahme von Tabs nur soviel Trockenfutter geben, wie sie in circa ein bis zwei Minuten auch fressen können. Auf den Boden gesunkenes Trockenfutter wird von den Fischen zwar genommen, doch eine Garantie darauf gibt es dafür nicht. Im besten Falle machen sich Schnecken über das am Boden befindliche Futter her, im schlimmsten Fall vergammelt das Futter. Futter in Tabsform sollte spätestens nach einer Stunde gefressen sein.

Es ist darauf zu achten, dass die Fische ihr Futter auch bekommen. Sinnlos ist es, einer an der Wasseroberfläche lebenden Fischart Futter in Tabsform anbieten zu wollen, da diese Fischarten unter Umständen so nicht an das ihr gedachte Futter heran kommen (können).

Es ist darauf zu achten, das ein einmal geöffneter Trockenfutterbehälter innert sechs bis neun Monaten aufgebraucht wird. Ein ungeöffneter Trockenfutterbehälter kann man auch noch nach dem Verfallsdatum für circa drei bis sechs Monate verwenden. Trockenfutter muss vorallem trocken gelagert werden, um der Schimmelbildung vorzubeugen.







vorhergehendes Themanächstes Themazum Seitenanfangzum SeitenendeInhaltsverzeichnisFrostfutter






Das Frostfutter ist neben dem Lebendfutter eine gute Wahl, seinen Fischen eine abwechslungsreiche Fütterung zu bieten. Durch eine schnelle Verarbeitung wird garantiert, dass das Futter von guter Qualität ist. Wie beim Trockenfutter besteht Frostfutter entweder aus pflanzlichen, aus planzlichen und tierischen oder nur aus tierischen Rohstoffen. Mehrere Hersteller bieten eine breite Palette an Frostfutter-Produkten an, um so den Ansprüchen vieler Fischarten gerecht zu werden. Unter anderem gibt es :

  • Artemia
  • Bachflohkrebse
  • Bosmiden
  • Cyclops
  • Daphnien (Wasserflöhe)
  • Garnelen
  • Krill
  • Lobstereier
  • Mikroplankton
  • Muscheln
  • Mysis
  • rote Mückenlarven
  • schwarze Mückenlarven
  • Stinte (Fisch)
  • Tubifex
  • Plankton
  • weisse Mückenlarven

Frostfutter kann man in folgenden Formen erwerben :
  • Schokoladentafelform
  • Flachtafel
  • Grosstafel
  • Blister

Anzumerken ist, das Frostfutter in der Schokoladentafelform und in der Blisterpackung einfacher zu portionieren ist als bei der Flach- und Grosstafelform.
rote Mückenlarvenin der Blisterpackung


rote Mückenlarven
in der Blisterpackung


Wie wendet man Frostfutter am besten an ?

Ein Teil der Aquarianer bringt das Frostfutter im gefrorenen Zustand ins Aquarium ein. Durch die Wärme des Wassers taut das Frostfutter allmählich auf und ist so über Stunden Futterquelle für die Fische.
Ein anderer Teil der Aquarianer taut das Frostfutter ausserhalb des Aquariums auf, reinigt es unter fliessend kaltem Wasser in einem feinmaschigen Sieb und gibt das Futter dann in das Aquarium.
Wenige Aquarianer geben dem aufgetauten Frostfutter noch Vitamine dazu.

Bei Frostfutter besteht theoretisch die Gefahr, Krankheitserreger und Parasiten ins Aquarium einzuschleppen. Gerade bei Frostfutter von unbekannter Herkunft, meistens aus osteuropäischen oder asiatischen Ländern, ist die Gefahr gross, belastetes Futter zu bekommen.

Ist man sich wegen der Qualität des verwendeten Frostfutters nicht sicher, empfiehlt es sich, das Futter aufzutauen und unter kaltem Wasser auszuspülen. Damit wird zumindest das im Frostfutter enthaltene Wasser ausgespült.

Frostfutter kann mehrere Jahre ohne grössere Qualitätseinbussen im Tiefkühler bei mindestens -18 Grad Celcius gelagert werden. Einmal aufgetautes Futter muss sofort verwendet werden. Mehrfaches Auftauen und wieder Einfrieren sollte unterlassen werden!

Das aufgetaute Frostfutter sollte von den Fischen innert einer halben bis einer Stunde gefressen worden sein, da aufgetautes Futter schnell seine Nährwerte verliert. Bei Futterzugabe im gefrorenen Zustand sollte das Frostfutter innert zwei bis drei Stunden gefressen worden sein.

Auch Frostfutter sollte im allgemeinen nicht jeden Tag verfüttert werden, zwei bis drei Mal pro Woche ist ausreichend. Man kann Frostfutter auch kostengünstig selbst herstellen.







vorhergehendes Themanächstes Themazum Seitenanfangzum SeitenendeInhaltsverzeichnisLebendfutter






Lebendfutter ist eine günstige Alternative zu Frostfutter und kann mit ein wenig Aufwand zum Teil selbst hergestellt werden.

Zu Lebendfutter zählen unter anderem folgende Tierarten :

  • Ameisen
  • Ameisenpuppen
  • Bachflohkrebse
  • Daphnien (Wasserflöhe)
  • Fliegenmaden
  • Fruchtfliegen
  • Heimchen
  • Grillen
  • Kellerasseln
  • Mehlwürmer
  • Mücken
  • Mückenlarven
  • Schaben
  • Schnecken
  • Stubenfliegen
  • Regenwürmer
  • Wasserasseln
  • Weichkäfer
Mückenlarven getrocknet


Mückenlarven getrocknet


Wichtig ist bei Lebendfutter, dass dieses nicht durch Umweltgifte stark belastet ist. Regenwürmer zum Beispiel vom landwirtschaftlich intensiv genutzten Boden sollte man meiden. Mückenlarven aus stehenden Gewässern nahe Siedlungen, vielbefahrenen Strassen usw. sollten auch gemieden werden.


Auch hier gilt : es sollte nicht nur mit Lebendfutter gefüttert werden, ausser eine Fischart wäre ausschliesslich auf Lebendfutter angewiesen.









vorhergehendes Themanächstes Themazum Seitenanfangzum SeitenendeInhaltsverzeichnisGemüse und Früchte






Einige Fischarten ernähren sich fast ausschliesslich vegetarisch, sprich nur von Grünkost. In der Natur sind das hauptsächlich Pflanzenblätter, Algen und Fallobst. Da man verständlicherweise nicht alle zwei Wochen das Aquarium neu bepflanzen will, ist man auf Futter auf pflanzlicher Basis angewiesen. Tabs aus pflanzlichen Rohstoffen eignen sich nicht als Alleinfutter, auch wenn es sich um hochwertige Produkte handelt.


Welches Gemüse sich als Fischfutter eignet :

  • Blumenkohl
  • Bohnen
  • Broccoli
  • Fenchel
  • grüne Erbsen
  • Karotten
  • Kartoffeln
  • Kürbis
  • Lauch
  • Mais
  • Salat
  • Salatgurken
  • Schwarzwurzel
  • Spinatblätter
  • süsse Paprika (Peperoni)
  • Zucchini

Welche Früchte sich als Fischfutter eignen :

Im Prinzip alle Fruchtarten einschliesslich Zitrusfrüchten. Einen Versuch ist es Wert. Man wird schnell merken, auf welche Früchte die Fische stehen.


Wie verwendet man Gemüse am besten als Fischfutter ?

Bei der Verwendung von Gemüse ist darauf zu achten, dass man wenn möglich nur Gemüse aus kontrolliertem Anbau oder Biogemüse verwendet. Solches Gemüse ist zwar teurer als normales Gemüse, jedoch mit weniger Umweltgiften belastet.
Eine alternative ist Gemüse aus dem Tiefkühlfach, unbehandelt und ungewürzt.

Das Gemüse sollte vor der Verwendung unter fliessendem kalten Wasser gereinigt werden. Einige Aquarianer geben das Gemüse zudem für zwei Minuten in heisses aber nicht kochendes Wasser.
Je nach Gemüseart schwimmt das Gemüse im Aquarium, kann aber mit Steinen, einem Kaffeelöffel, einer Wurzel oder ähnlichem auf den Bodengrund befestigt werden.


Zur Befestigung des Gemüses unbedingt spitze Gegenstände wie Gabel, Messer, Zahnstocher oder ähnliches vermeiden ! Fische können sich an solchen Gegenständen ernsthaft verletzen !



Da eingebrachtes Gemüse das Wasser mit der Zeit stark belastet, sollte man das Gemüse nicht länger als 12 Stunden im Aquarium lassen.


Wie verwendet man Früchte am besten als Fischfutter ?

Alle verwendeten Früchte, vorzugsweise auch aus dem Bioanbau, sollten zuerst unter fliessendem kalten Wasser gereinigt werden. Besonders bei Schalenfrüchten wie Bananen und allen Zitrusfrüchten sollte zudem die Schale entfernt werden, da dort die grössten Rückstände an Insektiziden, Fungiziden etc. zu finden sind.

Wie Gemüse belasten auch Früchte das Wasser. Deshalb sollten Früchte maximal vier bis sechs Stunden im Aquarium verbleiben.







vorhergehendes Themanächstes Themazum Seitenanfangzum SeitenendeInhaltsverzeichnisselbstgemachtes Futter






Selbstgemachtes Futter ist normalerweise bei der Verwendung von qualitativ guten Rohstoffen billiger als das Fischfutter aus dem Handel und bietet zudem die Sicherheit zu wissen, was man den Fischen genau verfüttert.
Mit Muschelfleisch und Gemüse zum Beispiel lässt sich mit einiger Erfahrung auch selbst ausgezeichnetes Frostfutter herstellen.

Man kann mit einfachen Mittel auch selbst Lebendfutter züchten. Je nach dem, was man selbst züchtet, können jedoch auch starke Gerüche entstehen.


Folgende Tierarten lassen sich relativ einfach züchten und als Lebendfutter verwenden :

  • Artemia
  • Enchyträen
  • Essigälchen
  • Fruchtfliegen (Drosophila)
  • Grindalwürmchen
  • Guppys
  • Mikrowürmchen
  • Blackmollys
  • Mückenlarven
  • Pantoffeltierchen
  • Wasserflöhe (Daphnien)

Nähere Informationen zur Zucht von Lebendfutter findet man hier.



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